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Mexiko: von Tulum über Cobá nach Valladolid

Meinen Geburtstag durfte ich in Tulum verbringen! Tulum ist nach Cancún und Playa del Carmen der vermutlich dritttouristischste Ort Mexikos, allerdings besteht die Hotelmeile aus schön angelegten Boutique-Hotels, süßen Cafés und individuellen Läden, sodass es wirklich Charme hat!

Ich muss dazu sagen: Das Zentrum von Tulum liegt etwa 3,5 Kilometer von der Strandpromenade entfernt. Hier gibt es zwar auch schöne Cafés und Restaurants, gleichzeitig verläuft aber eine vier(sechs?)spurige (man weiß es in Mexiko nicht so genau) Schnellstraße durch den Ort – geht so. Und sobald man die Hauptstraße verlässt, sehen die Häuser stellenweise auch sehr heruntergekommen aus. Ganz zu schweigen von dem Müll, der überall herumliegt…

Aber ich widme meine Aufmerksamkeit wie immer lieber den Sonnen- statt den Schattenseiten.

Wenn man wie wir in Downtown-Tulum und nicht an der Strandpromenade wohnt, ist das Fortbewegungsmittel Nr. 1 der Drahtesel. Hier gibt es sogar einen angelegten Radweg!

So machten wir uns nach einem liebevollen Frühstück unserer Gastgeberin Ana als erstes auf um ein zweites Fahrrad zu leihen (eines bekamen wir von Ana gestellt). Für schlappe 4 Euro pro Tag waren wir dabei!

Frühstück bei unserer Gastgeberin Ana
Strandpromenade von Tulum

Unser erstes Ziel war das Café Raw Love inmitten der Boutiquehotels, denn mein Vorsatz fürs neue Lebensjahr ist eine gesunde Ernährung (Haha von Jan). ?

Und naja, schaut euch einfach die Bilder an: Da fällt einem das Gesundsein nicht schwer! ?

Vom Café führt ein Sandweg an den schönen Strand von Tulum. Übrigens sind alle Strände Mexikos generell öffentlich. Man kann sich also überall hinlegen, auch wenn die Hotels mit ihren Liegen den Anschein machen, es sei ein Privatstrand.

Strand von Tulum

Nach ein paar relaxten Stunden am Strand, wollten wir noch in das Reservat Sian Ka’an weiterradeln, weil es dort einen schön angelegten Weg geben sollte, von dem aus man viele exotische Tiere sehen könne. Zumindest hatte ich das so in die (spanische!) Beschreibung unserer Gastgeberin hereininterpretiert. Nun ja, wir radelten und radelten, aber irgendwie kam da nichts mehr außer Straße und rechts​ und links eingezäuntem Dschungel.

Als Alternativplan wollten wir ein Bild von den berühmten Ruinen Tulums in der Dämmerung machen, was natürlich fast zehn Kilometer in die entgegengesetzte Richtung lag… Aber auch daraus wurde nichts, denn die Mexikaner sind nicht auf den Kopf gefallen: Während der Eintritt zu den Ruinen tagsüber 70 Pesos, also 3,50 € kostet, schließen sie die Ruinen am Nachmittag für eine halbe Stunde, um sie dann zur Dämmerung für den dreifachen Preis wieder zu öffnen. ? Äh, nö.

Somit hatten wir uns nach der vergeblichen Radelei ein leckeres Abendessen verdient und ich habe mich endlich an das typische Küstengericht Ceviche (Meeresfrüchtesalat) herangewagt! Blieb auch alles drin. ?

Ceviche

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich ganz ganz früh zu den Ruinen von Tulum, um vor den Menschenmengen dort zu sein. Argh, aber irgendwie fällt uns das mit dem frühen Aufstehen doch schwer und so waren wir erst nach 9 Uhr dort. Da war es schon gar nicht mehr menschenleer!

Ein Highlight begegnete uns bereits vor dem Eingang, an dem sich ein Nasenbär verlaufen hatte. ?

Und im Dickicht hinter dem Eingang erspähten wir diese schönen blaugefiederten Vögel. ?

Die Ruinen selbst sind vor allem wegen ihrer einzigartigen Lage ein Must-See. Wer hat das Bild der Ruinen am Strand umgeben von türkisblauem Wasser noch nicht als die perfekte Urlaubslocation angepriesen bekommen? Nun ja… irgendwie war das eins dieser ‚Das muss ich gesehen haben‚-Erlebnisse, die dann gar nicht so spektakulär sind… Vielleicht waren meine Erwartungen von den hundert Postkartenmotiven auch einfach zu hoch. Oder es war doch zu viel los.

Zudem sind die Ruinen alle abgesperrt. Von daher bin ich gespannt auf diejenigen Ruinen, die man (noch) betreten darf.

Ruinen von Tulum
Ruinen mit Leguan

Im Anschluss statteten wir auf Jans Wunsch hin (!) nochmal dem veganen Café Raw Love einen Besuch ab, deren Schoko-Obstschale in Jans kulinarischen Top Ten unserer bisherigen Reise ganz weit oben steht. Und das, obwohl wir echt nicht wenige Burger in Neuseeland gegessen haben! ?

An unserem letzten Tag in Tulum radelten wir wenige Kilometer außerhalb der Stadt zu den Cenotes Cristal und Escondido, die nur ca. 500 m voneinander entfernt liegen.

Die beiden Cenotes/Wasserlöcher sind kein bekanntes touristisches Ziel und daher ging es dort sehr relaxt zu.

Highlight der Cenote Cristal ist der 3-4 Meter Turm, von dem man ins Wasser springen kann.

Cenote Cristal – da liegt noch viel Teint-Nachholbedarf vor mir…

In der Cenote Escondido leben viele kleine neugierige Fische, die sofort angeschwommen kommen, sobald man die Füße ins Wasser steckt, und einen abknabbern! Quasi ein natürliches Fish-Spa.

Cenote Escondido
Fish-Spa…

Auf dem Heimweg mussten wir bereits das dritte Mal mit dem Gesund-ernähren-Vorsatz brechen: Das Eis bei Campanella Cremerie ist einfach NICHT VON DIESER WELT! ❤❤❤

Campanella Cremerie

Als Ausgleich ging es abends – schon zum zweiten Mal – zu El Vegetariano. Wohlbemerkt auf Jans Vorschlag hin! Und hier ist das Beweisfoto: bereits sein zweiter vegetarischer Burger! ?

Noch etwas skeptisch…

Um sehr unliebsame 7 Uhr fuhr am nächsten Morgen unser Bus nach Cobá, wo wir die Maya Ruinen anschauen wollten. Das hieß aufstehen um 5:45 Uhr ? – das Busterminal lag eine gute halbe Stunde Spaziergang von unserer Unterkunft entfernt. Also würden wir diesmal wirklich die ersten auf dem Ruinengelände sein…

Mit einer halben Stunde Verspätung kam der Bus und somit waren wir zwar nicht ganz die ersten, aber immerhin vorne mit dabei. ?

Cobá

Da das Gelände relativ weitläufig durch den Dschungel verläuft, kann man sich am Eingang Fahrräder ausleihen. ?

Die Hauptattraktion ist die 42 m und 120 Treppenstufen hohe Pyramide Nohoch Mul, die man sogar hinaufsteigen kann. Ich denke allerdings ’noch‘, denn gut tut das dem Erhalt der Ruinen sicherlich nicht.

Nohoch Mul

Entlang an einigen anderen Ruinen (die für euch vermutlich alle gleich aussehen – für uns auch ?) ging es zur Gruppierung Macanxoc, die wir ganz für uns alleine hatten! Ganz? Nein nicht ganz – ein paar Affen chillten in den Bäumen des umgebenen Dschungels! Echt eine tolle authentische Atmosphäre und sehr viel sehenswerter bzw. erlebenswerter als die Ruinen von Tulum.

Eines der vielen Gebäude von Macanxoc
Bei Affenbeobachtungen ist Jan mit Herzblut dabei!

Relativ früh waren wir mit der Besichtigung durch. Am Busterminal in Tulum sagte man uns, der Bus nach Valladolid, unserem nächsten Ziel, würde um 16:30 Uhr gehen. Bei der Businfo in Cobá hieß es, es gäbe auch einen Bus um 12 Uhr. Top!

Nur leider war dieser um 13 Uhr immer noch nicht angekommen… An der Bushaltestelle hing zwar ein sehr professionelles, neues Plakat mit Abfahrtzeiten und Preisen, aber sonst gab es niemanden, der uns Auskunft geben konnte, was nun los sei. Also gaben wir das Warten auf und gingen zurück zur Businfo bei den Ruinen.

Das lange Warten…

Jaaaaa, das wisse man halt bei den 2. Klasse-Bussen nie so genau, ob sie tatsächlich in den Ort reinfahren oder nur daran vorbei. Das würde der Fahrer im Zweifel selbst entscheiden. Ob der 16:30 Uhr Bus in den Ort reinfährt, konnte man uns leider auch nicht garantieren… Aaaaah! Und vor allem: Die Info hielt er beim ersten Mal nicht für relevant?!?

Ok, aber wir sind ja erprobte Per-Anhalter-Fahrer und so fragten wir die Leute, die die Ruinen verließen, ob sie zufällig nach Valladolid führen. Leider ohne Erfolg: Alle mussten in die entgegengesetzte Richtung nach Tulum. Das hatte ich mir irgendwie einfacher vorgestellt!

Wir wollten gerade schon in den sauren Apfel beißen und ein teures Taxi nehmen, da erlöste uns das letzte Pärchen, das wir fragten. Yeah! Gemeinsam fuhren wir noch in eine Hacienda etwas außerhalb von Valladolid mit Buffet und einer großen Cenote. Nicht schlecht – können wir uns schonmal merken, falls wir unseren Aufenthalt in Valladolid verlängern. Danach sieht es nämlich aufgrund all der Tipps unserer Airbnb-Gastgeberin stark aus. ?

Hacienda Selva Maya

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