Mit dem Bus fuhren wir frühmorgens von Cancún drei Stunden in das kleine Hafenörtchen Chiquilá, von wo man auf die Isla Holbox übersetzt. Etwas unbequem, da wir der Sicherheit mexikanischer Busfahrten nicht trauten und unsere Rucksäcke nicht im Gepäckraum verstauen wollten, sondern mit zu unseren Sitzplätzen nahmen. Leider passen sie nicht in das Gepäckfach über den Sitzen, so dass wir sie im Fußraum unterbringen mussten.
Wahrscheinlich ist aber der abgeschlossene Gepäckraum sogar überfallsicherer als der Passagierraum. Wenn man hier überhaupt von Unsicherheit sprechen muss.
Ab Chiquilá setzt alle halbe Stunde eine Fähre nach Holbox über und bringt die glücklichen Fahrgäste ins PARADIES!

Holbox liegt am nördlichen Ende der Yucatán-Halbinsel ziemlich ab vom Schuss der beliebten Urlaubsorte Cancún, Playa del Carmen und Tulum. Das hindert zwar trotzdem längst nicht alle daran hierher zu kommen, aber es sind bei weitem nicht soooo viele Touristen hier! Überhaupt ist nur der westlichste Zipfel der 43 Kilometer langen und 2 Kilometer breiten Insel erschlossen.

Einen noch größeren Anteil an der paradiesischen Anmutung der Insel hat ihr ursprünglicher Charme: Alle Straßen sind Sandwege, Autos gibt es so gut wie gar keine, sondern hier fährt man mit Golfcarts oder mit dem Fahrrad.

Zudem sind die Gebäude im tropischen Stil gebaut, ergänzt um Holzhütten (Cabañas) und Palmendachhütten (Palapas). Kein einziger Hotelklotz! Es wird zwar gerade an allen Ecken und Enden fleißig gebaut, aber weiterhin alles im tropischen Stil, so dass die Insel die Chance hat so paradiesisch zu bleiben. ❤



Wir genossen an unserem ersten Tag das karibische Flair in vollen Zügen: lagen am Strand, aßen im lokalen Fischrestaurant, ich schaute mir den Sonnenuntergang vom westlichsten Punkt der Insel an…





Sonnenuntergang ohne Jan? Ja, Jan hat immer noch starke Schmerzen beim Auftreten im linken Fuß und nun wissen wir auch, was ihn da plagt: Ein Fersensporn. Und solange er zu faul ist mit ein paar Dehnübungen dem Schmerz Abhilfe zu schaffen, wird er auch weiterhin viele schöne Ausblicke verpassen.
Noch bevor die eine schlechte Nachricht verdaut war, kündigte sich schon die nächste an: Irgendetwas im mexikanischen Essen hatten wir nicht gut vertragen und hingen am späten Abend elendig über der Kloschüssel.
Bei mir ging es am nächsten Tag wieder. Bei Jan leider so gar nicht. Nichtmal ein Schluck Wasser blieb drin. Also holten wir nach kompliziertem Hin und Her die Inselärztin, die Jan eine Infektion diagnostizierte, ihn an den Tropf hing und stundenlang Medikamente einflößte. Dazu bekam er noch drei Medikamente verschrieben und er sollte noch zweimal für eine Injektion vorbeikommen.

Aufgrund der Antibiotika hieß es erstmal: keine Sonne für Jan. Ich witterte meine Chance etwas an Sommerteint aufzuholen. Es hat aber leider nur zu einem Sonnenbrand gereicht. Irgendwie war die mexikanische Sonne in meiner Vorstellung weniger intensiv als die australische und neuseeländische. Wir hatten uns schon gewundert, warum sie nur 50er Sonnencreme verkaufen und dann zu der einzigen 30er Variante gegriffen. Nicht so schlau…
Aber die schönen Ausblicke bei meinem Strandspaziergang entschädigen einiges:




Ich hatte zudem zwei Yoga-Angebote entdeckt, die ich morgens und abends genoss. Es ist echt Wahnsinn, wie steif und ungelenk mich der Trail zurückgelassen hat! Da wartet ganz schön viel Arbeit!
Wir verlängerten unseren Aufenthalt um weitere zwei Nächte. Wer will schon weg aus diesem Paradies?! Und das von mir, wo ich doch so gar kein Strandurlaubsmensch bin!

So könnte ich echt leben: Yoga, Frühstücken, die Mittagshitze mit einer Spanischeinheit in der Hängematte aussitzen, an den Strand, zum Yoga oder Sonnenuntergang angucken, Essen, fertig. ❤
Quasi so:

Und weil’s so schön ist und die Sonnenuntergänge nur einer Minute Spaziergang von unserer Unterkunft entfernt waren, hier noch einer:

Ab Mai wird es in Holbox sogar noch traumhafter: Dann kommen die Flamingos an und Walhaie treiben sich in den Gewässern herum! Diese müssen wir nun leider woanders suchen!
Für einen groben Überblick, wo wir uns rumtreiben:

Nächstes Ziel: Playa del Carmen.

