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Regenzeit in Guatemala: Raus ins grüne Paradies

Wir sind mit der Regenzeit in Guatemala angekommen und gleich an unserem ersten Wochenende schüttete es so stark, dass sich alle Straßen in Flüsse verwandelten. Am darauf folgenden Wochenende sollte ein Hurricane die Küsten Mexikos, Guatemalas und Honduras treffen, was auch für das Inland massenweise Niederschlag bedeutet hätte. Glücklicherweise schrammte der Hurricane am Festland vorbei, brachte aber auch für unser zweites Wochenende in Panajachel haufenweise Regen. Somit sah das Wetter erst letztes Wochenende vielversprechend genug aus um die umliegende Natur zu erkunden.

Am Samstag fuhren wir in Panajachels kleines aber feines Naturreservat. Dieses beherbergt eine Affenkolonie, Nasenbären, einen Wasserfall, mehrere Hängebrücken, eine Kaffeeplantage (die wir aber nicht gefunden haben) und ein Schmetterlingshaus.
Tatsächlich war es dann sehr viel kleiner als man bei all diesen Attraktionen vermuten würde. So waren wir innerhalb einer Stunde durchspaziert. ?

Die Nasenbär-Kolonie
Lockversuch
Schmetterlingshaus

Rund um den Lago de Atitlán bieten sich zahlreiche Gelegenheiten für ausgiebige Wanderungen. Allerdings sind die Wege nicht zur Naherholung der Touristen angelegt worden, sondern dienen den Mayas als Fußweg zwischen den Bergdörfern. Entsprechend gibt es auch keine Beschilderung.

Am Sonntag nahmen wir den Weg von Santa Cruz la Laguna über Jaibalito und Tzununa nach San Marcos la Laguna entlang der Klippen in Angriff. Insbesondere der erste Teilabschnitt soll eine der schönsten Aussichten auf den See und seine drei Vulkane San Pedro, Tolimán und Atitlán bieten.

Von Panajachel aus fährt man mit der Lancha – dem Motorboot, das wie ein Bus auf dem See fungiert und alle Orte ansteuert, in denen der Kapitän Menschen auf dem Steg erspäht – nach Santa Cruz. Ein „in fünf Minuten geht’s los“ bedeutet hier: Wenn alle Fahrgäste ihre Markteinkäufe (z.B. säckeweise Mais) sicher verstaut haben. Sonntags ist Markttag in Panajachel, so dass besonders viele Güter aufgeladen wurden. Markt ist übrigens jeden Tag, aber sonntags berstet dieser nur so vor Verkäufern und Käufern. War dann mehr so eine halbe Stunde Wartezeit. ?

Startschuss für den perfekten Wandertag!

In Santa Cruz angekommen führt ein steiler Weg zum Dorf hinauf, der auf halber Strecke den „Eingang“ für unsere Wanderung verbarg. Die Herausforderung bestand darin besagten Eingang zu finden, was ohne die Locals zu fragen auch mit Sicherheit nicht gelingt. ?

Santa Cruz la Laguna

Ich hatte als Vorbereitung eine ausführliche Wegbeschreibung gelesen. So ausführlich, dass es komplizierter und vor allem anstrengender klang, als es letztendlich war. So kletterten wir erstmal zwanzig Minuten bergaufwärts in die falsche Richtung, weil ich annahm, dass es der schwierigste Weg sein müsse. ?

Zum Glück arbeiteten zwei Guatemalteken im Dickicht, die uns schnell auf den richtigen Weg lotsten. Einmal auf dem richtigen Weg war dieser idiotensicher und vor allem top in Schuss! Ich meine – hey, hier ist gerade Regenzeit und es regnet mitunter stundenlang was das Zeug hält, und die Wege sind hundertmal besser als in Neuseeland!?! ?

Trampelpfad in Guatemala
Perfekte Aussicht auf Vulkan San Pedro
Wegweiser
Wer will dort nicht wohnen?

In unserem ersten Zwischenziel, dem Örtchen Jaibalito, gönnten wir uns gerade eine Cola aus einem kleinen Laden, als uns ein Junge darauf hinwies, dass der Weg nach Tzununa gefährlich sei. Gefährlich? Ja, der Pfad sei nicht gut und teilweise sogar nicht vorhanden.

Hm. Erstmal war ich erleichtert, dass der Weg nicht aus dem Grund gefährlich sein sollte, weil Banden unterwegs sind (wie es bei anderen Abschnitten rund um den See durchaus vorkommen kann!). Und wenn wir nicht weiterkämen, können wir ja noch immer umkehren, oder? ?

Weiter geht’s Richtung Tzununa
auf der Suche nach den „gefährlichen“ Wegen…
Wandern wie es sein soll!
Und immer wieder diese Aussichten!
Eine der wenigen Wegmarkierung – tatsächlich nichtmal benötigt!
Chickenrun!

Fazit des gefährlichen Weges nach Tzununa: Die Guatemalteken müssen einen sehr viel höheren Qualitätsanspruch an ihre Trampelpfade haben als die Neuseeländer. Es gab keinen Matsch, keine einen Fuß breiten Pfade, keine weggebrochen Wege, keine Flussdurchquerungen. Kein stolpern, kein rutschen, kein hinfallen. Nur einen kurzen Kletterabschnitt, an dessen Ende man sofort einen kleinen Steinturm und die Gewissheit, dass man richtig ist, vorfindet. ?

Ankunft in Tzununa

Der Weg von Tzununa nach San Marcos war dann weniger spektakulär, da eine gepflasterte Straße die beiden Orte verbindet. Wir hätten sogar ein Tuktuk nehmen können.

Im Hippieort San Marcos, in dem wir bereits bei unserer ersten Tour rund um den See Atitlán vorbeischauten, genossen wir noch einen Cappuccino und einen oh-so-leckeren Caramel Slice ❤️, bevor wir die nächste Lancha zurück nach Panajachel nahmen.

Beste Treppe ever!
Vulcano Street Art

Inzwischen haben wir die letzten Tage Spanischunterricht hinter uns und nehmen nach fast einem Monat in Panajachel wehmütig Abschied vom Lago de Atitlán, unserer Spanisch-Sprachschule Jabel Tinamit und unserem liebgewonnenen Häuschen.

Es war eine tolle Erfahrung für eine kurze Weile in Guatemala zu wohnen und das Leben nicht nur aus der Touri-Brille zu sehen. Wahnsinn, wie viel Spanisch wir in den drei Wochen gelernt haben. Ich glaube, den Stoff hätten wir in der Schule in zwei Jahren durchgenommen. ? Jetzt heißt es am Ball bleiben und üben üben üben! Ich habe immerhin sechs Zeitformen und weitere fünf Subzeiten beackert! ??

So muss Unterricht aussehen!
Jan und seine Lehrerin Celestina
Unsere Abschlussklasse

Nächste Station: Antigua/Guatemala

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