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Auf Entdeckungstour rund um den Lago de Atitlan

Der Lago de Atitlán ist mit seinen drei Vulkanen Tolimán, Atitlán und San Pedro allein schon aufgrund seiner fabelhaften Aussicht ein wahrlich schönes Fleckchen Erde und beliebtes Urlaubsziel.

Er wird von zahlreichen Dörfern umsäumt, wobei unser Domizil Panajachel mit 11.000 Einwohnern zwar nicht der größte, jedoch wichtigste Ort am See ist.

Tatsächlich ist die Karte falschherum: die Vulkane liegen im Süden des Sees…

An unserem ersten Wochenende machten wir eine Bootstour, bei der vier der umliegenden Dörfer angesteuert wurden: San Marcos, San Juan, San Pedro und Santiago.

Rund um den See liegen die Häuser malerisch in den umgebenen Berghängen

Es ist wirklich kurios: jeder Ort hat sein eigenes Image und spricht seine eigene Zielgruppe an:

San Marcos la Laguna – Hippies only!

Betritt man das Ufer von San Marcos la Laguna umgibt einen vor allem eines: Ruhe. Yoga und Meditation, Massagen, Ayurveda, Reiki – hier gibt es alles, was das Hippie-Herz begehrt.

Es mag natürlich auch daran gelegen haben, dass wir schon um 9 Uhr morgens in San Marcos an Land gingen, aber es war einfach mal gar nichts los. 100% tote Hose. Zum Glück hatten wir uns nicht dieses Dorf als Bleibe ausgesucht! Denn aus der Ferne klang ein Ort mit vielfältigem Yoga-Angebot eigentlich ganz gut in meinen Ohren. ?

Sicherlich hat man von hier aber den schönsten Ausblick auf die drei Vulkane des Sees. ?

Blick von San Marcos auf die Vulkane Tolimán und San Pedro
In dieser Gasse spielt sich das Leben San Marcos ab…
…und hier ist schon nichts los!
Abseits der Touri-Gasse liegt der Hund begraben…
Goodbye San Marcos


San Juan la Laguna – Kunst, Kunsthandwerk & Kaffee

Wenn man San Juan la Laguna betritt, weiß man augenblicklich, was los ist: Kaffee, Webkunst und Malerei sind die drei Aushängeschilder des Ortes. Hier wird noch Baumwolle per Hand gefärbt und am Webstuhl verarbeitet. Will man zumindest den Besucher glauben lassen. ?

Das Dorf ist erstaunlich sauber und gepflegt und auch die die Hauptstraße säumenden Läden haben nicht den typischen Touribudencharme. Aber wenn man handgewebte Kleidung, Kunst und Bio-Kaffee verkaufen will, muss man natürlich etwas hochwertiger daherkommen. Gut umgesetzt! ?

Für einen Besuch einer Kaffeeplantage hat es diesmal leider nicht gereicht, dafür bin ich nun stolze Besitzerin eines (natürlich ?) aus feinster Baumwolle handgewebten ‚Ponchos‘ oder wie Jan sagt „wenigstens haben wir jetzt eine Tischdecke“. ?

Und eins bringt mich zum Grübeln: Was ist, wenn es wirklich stimmt, und die Cafés einfach nur 100% organic draufschreiben und es in Wirklichkeit umgefüllter Nescafé ist?!? ??? Jans Glaube an den von Grund auf ehrlichen Lateinamerikaner ist ganz schön angekratzt…

San Juan la Laguna
Malerei und Webkunst
Einer der berüchtigten Chicken-Busse


San Pedro la Laguna – Paradies für Backpacker

In San Pedro weht sofort ein ganz anderer Wind: Tourangebote für diejenigen, die die letzte Nacht gut weggesteckt haben, und gechillte Bars mit Seeblick, in denen man seinem Hangover nachhängen kann.

Außerdem ist San Pedro bestens aufgestellt, um Spanisch zu lernen. Hier gibt es die höchste Dichte an Spanischschulen am See Atitlán. Scheinbar kombiniert der klassische Backpacker seinen Partyurlaub gerne mit ein paar Spanischstunden?

Von hier aus erklimmt man auch den gleichnamigen Vulkan San Pedro. Wir werden also auf jeden Fall nochmal auf einen Abstecher vorbeikommen. ?

Ankunft in San Pedro
Auch Backpacker brauchen Souvenirs…
Nur eines der vielen Cafés mit Seeblick


Das ursprüngliche Santiago Atitlán

Santiago Atitlán ist mit 26.000 Einwohnern der größte Ort am See. Laut meiner Spanischlehrerin bezeichnet man ihn trotzdem nur als Dorf. Den Titel ‚Stadt‘ trägt eigentlich nur Guatemala-Stadt und mit etwas Goodwill noch Antigua und Xela.

In Santiago Atitlán ist die indigene Mayakultur sehr stark ausgeprägt, was vor allem daran liegt, dass der Ort erst Ende des 20. Jahrhunderts über eine Straße zu erreichen war. Vorher blieb nur der Weg über den See oder mühselig über die Berge.

Zwar säumen die Straße vom Pier ins Zentrum auch hier Souvenirstände aller Art, aber sonst macht der Ort einen tatsächlich wenig touristischen Eindruck. Dennoch hat uns Santiago am wenigsten gefallen.

Steg vom Santiago Atitlán
Blick auf Santiago Atitlán
Markt von Santiago Atitlán
Kirche von Santiago Atitlán

Ich finde es schon ziemlich befremdlich, dass in vielen Orten so offensichtlich Urlauber-Stereotypen bedient werden.

Unser Fazit der Tour ist, dass wir mit Panajachel die richtige Wahl getroffen haben. Auch wenn ein Spaziergang durch die Straßen in die Kategorie Lebensmüde gehört, da die Guatemalteken nicht unbedingt fußgängerfreundlich Auto fahren und ohne Umsicht um jede Kurve preschen. Kein Wunder: Motorroller darf jeder fahren, der Fahrrad fahren kann. Und für den Führerschein muss man lediglich eine Prüfung ablegen; das eigentliche Fahren lernt man von den Eltern, Verwandten oder wer auch sonst sich berufen fühlt…

Pana ist zwar erste Anlaufstelle für die meisten Touristen, die den Lago de Atitlán besuchen, aber dennoch ist es hier sehr authentisch. Der Tourismus verläuft sich in der großen Anzahl an Einheimischen, bzw. konzentriert sich auf die Tourigasse. Zudem gibt es eine recht große Gemeinschaft an Expats, die zum alltäglichen Leben in Pana beitragen und eben nicht nur auf einen kurzen Abstecher vor Ort sind.

Feststellung des Tages: Ein Becher Naturjoghurt (zumindest wenn man zuckerfreien will) kostet so viel wie 20 Mangos! ?

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