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Costa Rica im Schnelldurchlauf: Manuel Antonio, Puerto Viejo und Cahuita

Nachdem wir einen Tag lang ausgiebig in Dominical an der Pazifikküste entspannt hatten, nahmen wir den Bus in die eine Stunde nördlich gelegene touristische Hochburg Costa Ricas, den Nationalpark Manuel Antonio. Hier sollte man viele der Tiere sehen, für die Costa Rica bekannt ist. Allen voran: Faultiere!

Wir nahmen frühmorgens (so um halb 8) den Bus Richtung Nationalpark, kauften unser 16 $ Eintrittsticket, jeder eine himmlisch-leckere Coco frío, und los ging’s auf Tierbeobachtungstour. Wir schlossen uns keiner Führung an, genossen wohl aber die Annehmlichkeit die geführten Gruppen als Anhaltspunkt zu nehmen, wo sich wohl die zu erspähenden Tiere versteckten.

Nachdem die ersten Gruppen Krebse, bunte Insekten und Kolibris beobachteten, für die man ohne Fernglas ziemlich aufgeschmissen war, ging es auf dem Sendero de Perezoso, übersetzt Faultier-Pfad, schon wesentlich interessanter zu. Tatsächlich erspähten wir einige Faultiere, allerdings war das Hautnah-Erlebnis eher von der Art: Seht ihr dort oben, wo sich die beiden Äste teilen, den dunklen Fleck in der Gabelung? Das ist ein Faultier.

Könnte vieles sein. Ist aber ein Faultier.
Same here… Dabei hätte das mit guter Kamera ein richtig cooles Bild werden können…

Aber wir hatten auch gelesen, dass es abseits des Hauptweges deutlich ruhiger zuginge, und man größere Chancen auf Hautnah-Tierbegegnungen hätte. Also wanderten wir fleißig jeden Weg des Nationalparks ab.

Hat irgendwie nicht so viel Unberührte-Natur-Flair…
Jan hat einen Specht entdeckt.

Und was haben wir dabei gesehen? Ein paar Affen und Krebse. Und schöne Aussichten aufs Meer. Das war’s.

Alle Krebse waren so scheu! Außer dieser – kein Zoom!

Mehr Tiere sah man hingegen dort, wo sich alle Besucher tummelten. Klar, denn dort gab es ja Essen zu klauen. Insbesondere Kapuzineräffchen und Waschbären kannten keine Angst vor uns Menschen.

Kapuzineräffchen
Waschbär

Ich hatte mir den meistbesuchten Nationalpark Costa Ricas deutlich größer vorgestellt, doch schon nach vier Stunden hatten wir wirklich jeden Weg abgewandert. Eine weitere Coco frío später saßen wir schon im Bus zurück zu unserer Unterkunft, die sich nämlich als mega gemütliches BnB herausgestellt hat. Und wir hatten nichts dagegen das am Nachmittag ausgiebig zu genießen.

Riesen-Granadillas!
Und noch riesigere Avocados!

Abends gingen wir in ein öko-green-vegan-whatever Restaurant, um uns kulinarisch etwas Gutes zu tun. Costa Rica ist zwar deutlich teurer als Mexiko und Guatemala, doch beim Anblick dieser Preise mussten wir schlucken. Aber hey, was tut man nicht dafür, dass das Gemüse, das man isst, ein glückliches Leben hatte… Geschmeckt hat es ganz gut, aber weit entfernt von überwältigend gut. Und als die Rechnung kam, der nächste Schock: Nicht nur 10 Prozent Servicepauschale draufaddiert, sondern auch noch weitere 13 Prozent, weil das Restaurant an das benachbarte Hotel angegliedert ist und dafür eine Abgabe zahlen muss. 23 Prozent in top? What!?! Ich frage mich manchmal echt, warum die Leute auf TripAdvisor unter diesen Umständen immer noch mit voller Punktzahl bewerten…

Am nächsten Tag machten wir uns auf an die Karibikküste Costa Ricas. Nachdem uns unsere erste Busfahrt ins Cloudbridge Reserve ziemlich kompliziert vorkam, hatten wir uns mit dem Costa Ricanischen Busnetz nun doch schnell angefreundet. Die Herausforderung liegt darin, dass es zig Busunternehmen für die verschiedenen Strecken gibt, und diese jeweils ihren eigenen Busbahnhof innerhalb der Stadt haben. Wenn man aber einmal weiß, wo man konkret hin muss, ist es easy.

Somit fuhren wir von Quepos/Manuel Antonio erst drei Stunden in die Hauptstadt San José, nahmen ein Taxi zum nächsten Busbahnhof und von dort den Bus 4,5 Stunden nach Puerto Viejo an der Karibikküste. Auf der Fahrt passierten wir Puerto Limón: DEM Exporthafen für Bananen schlechthin. Hunderte Container standen parat, um mit Dole- und Chiquitá-Bananen befüllt zu werden und ihre Reise u.a. nach Hamburg anzutreten.

#heimweh

In Puerto Viejo wurden wir von einem ganz anderen Flair begrüßt, als wir es bisher aus Costa Rica kannten: Alles war so – ja – karibisch eben! Wie ich es mir in der Dominikanischen Republik vorstelle, ohne jemals dagewesen zu sein…

Endlich richtig gute Patacones!

Am nächsten Tag begrüßte uns ganz unkaribisch – oder besonders karibisch? – ununterbrochener Regen. Wir liehen uns dennoch Fahrräder und fuhren zum 4 km entfernten Jaguar Rescue Center. Wir schwankten übrigens damals bei der Wahl für die Freiwilligenarbeit zwischen Cloudbridge und dem Jaguar Rescue Center. Letztendlich entschieden wir uns gegen das Rescue Center, da die Mindestdauer 4 Wochen beträgt und man 300 $ für das Volunteeren bezahlen muss (zusätzlich zu Unterkunft und Verpflegung). Aber einmal vor Ort ist es eine gute Gelegenheit um die heimische Tierwelt von Nahem zu sehen – vor allem, da sie bei Regen viel aktiver ist als bei Sonnenschein.

Die Faultiere waren wirklich zum Drücken und kletterten ultra-aktiv vor uns rum, so dass wir den Sicherheitsabstand von zwei Metern auch „leider“ nicht jederzeit einhalten konnten. Allein dafür hatte sich das einmal durchgeregnet werden auf dem Fahrrad schon gelohnt!

Learning: Sicherheitsabstand von 2 m ist bei diesem Pelikan angebracht!
Ich freue mich auch Dich zu sehen!

Am nächsten Tag strahlte die Sonne, wie man sich das erhofft, wenn man in Mittelamerika unterwegs ist. Denn ehrlich gestanden haben wir die letzten Wochen ganz schön viel Regen ertragen müssen. Sowohl in Guatemala wie auch in Costa Ricas Nebelwald gab es zwar morgens Sonnenschein, aber nachmittags meistens Regen oder mindestens bedeckten Himmel. Unsere Bräune aus Mexiko hat ganz schön gelitten!

Wir nahmen den Bus in den eine halbe Stunde entfernten Nationalpark Cahuita, der direkt am Strand entlang verläuft. Man kann ihn auf einem 10 km Wanderweg einmal durchqueren und vom anderen Ende des Parks den Bus zurück nach Puerto Viejo nehmen. So hatten wir den ganzen Tag das Meer zu unserer linken Seite.

Parque Nacional Cahuita
…ja, ich kann noch ungefähr weitere zwanzig perfekte Standbilder posten!

Wir sahen jede Menge Kapuziner- und Brüllaffen und sogar eine Schlange, die wohlbemerkt sehr giftig war! Aber da ich nunmal nur ein Smartphone zum Fotografieren habe, musste ich mich trotzdem auf 15 cm Distanz nähern…

Ich persönlich finde die emsigen Blattschneideameisen sehr faszinierend. Und überdaumengroße Heuschrecken. Aber nur im Nationalpark, mit sicherer Distanz zu unserer Unterkunft.

Sieht man nicht – aber sie war riesig!
Und dieser auch!
Wird auch Zeit: Sonnenbrandalarm!

Eigentlich standen innerhalb Costa Ricas noch ein paar weitere Ziele auf unsere Liste. Als wir uns allerdings die Verbindungen nach Kolumbien, unserem nächsten Ziel, anschauten, mussten wir feststellen, dass die Preise wahnsinnig in die Höhe geschnellt sind. Fast 500 Euro pro Person für knapp 2 Stunden Flug erschien uns leicht übertrieben. Daher warfen wir unsere restlichen Costa Rica-Pläne spontan über den Haufen und buchten die letzte bezahlbare Flugverbindung nach Kolumbien – wo wir tadaaaa gestern gelandet sind.

Bestes Frühstück!
Bushaltestelle in Puerto Viejo
Adieu Costa Rica!

Und endlich bringt mein Rucksack auch wieder unter 7 kg auf die Waage, da ich ein paar angesammelte Balaststoffe loswerden konnte:

  • Mein zweites 2 zum Preis von 1 Paar Flipflops, das ich in Cancún vor über drei Monaten (!) erworben hatte, blieb in der Cloudbridge-Sammelbox.
  • Ein Paar Gummistiefel, das ich für die Freiwilligenarbeit gekauft hatte (und das mir übelst die Knöchel wundgerieben hat), blieb ebenfalls als Spende in Cloudbridge.
  • Die wunderschönen handgefertigten Tassen, die wir von unserer Spanischschule in Guatemala geschenkt bekommen haben, fanden Dank der handgemalten Kolibris in Vogelliebhaberin Laura einen glücklichen Abnehmer. Porzellan ist leider ganz ganz unpraktisch beim Backpacken…
  • Und die in Playa del Carmen erworbene Schnorchelausrüstung ließ ich endlich, nachdem sie über drei Monate ungenutzt in meinem Rucksack mitreiste, ebenfalls in Costa Rica zurück.

1 Kommentar

  1. Ich sehe, die Biologen haben Einfluss hinterlassen – bei den ganzen Ameisenfotos, etc ! 😉
    Wünsche euch viel Spaß in Kolumbien – wenn ihr Fragen habt, meldet euch. Genießt weiterhin eure Reise.

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